Mein Leben mit den Pferden

 Ich machte im Alter von 9 Jahren  auf dem Pony meiner Freundin, ohne Sattel, die ersten Reitversuche und war davon so begeistert, dass ich meinem Opa  und meinen Eltern so lange in den Ohren lag, bis sie mir meinen sehnlichsten Wunsch erfüllten: Ich bekam mein erstes Pony.

Sein Name war „Lady“ und mit ihm verbrachte ich  praktisch meine Jugend.

 

Irgendwann kam dann der Zeitpunkt, wo ich feststellte, dass ich außer wild durch die Gegend zu reiten, mehr lernen wollte. Also beschloss ich, einen Reitstall zu besuchen und machte dort im Alter von 12 Jahren Reiterpass und Reiternadel.

Es stellte sich heraus, dass das Reiten nicht nur ein kindliches Intermezzo war, sondern dass ich außer einigem Talent auch sehr viel Spaß an der ganzen Sache hatte. Meine Freude und Begeisterung für diesen Sport überlebte Tiefschläge, Durststrecken, Freunde und andere Hobbys.

Das ging soweit, dass ich mein Hobby zu meinem Beruf machen wollte.

 

Ich besuchte mit 16 Jahren den 1. Lehrgang für Pferdewirtschaftsfacharbeiter in der Landwirtschaftlichen Fachschule Lambach. Im Zuge dieser Ausbildung machte ich die Englische Lizenz und schloss nach 3 Jahren die Schule erfolgreich ab.

Mittlerweile war der Pferdebestand bei mir zu Hause auf 5 Stück angewachsen, da meine Mutter ebenfalls das Pferdefieber erwischt hatte (Sie entdeckte ihre Leidenschaft fürs Kutschenfahren!) und sie mich daher in meiner Neigung unterstützte.

Um Erfahrung zu sammeln arbeitete ich zwei Jahre in einen Springstall. Diese Zeit war für mich sehr wichtig – ich lernte zwar sehr viel, aber ich stellte fest, dass diese Reitweise nicht die meine war.

Zum Glück – denn ich wollte schon meinen Traum aufgeben -  erzählte mir ein guter Bekannter vom Westernreiten und von einem Mann namens Chuck Klipfel.

Da ich ein Kind schneller Entschlüsse bin, packte ich meine Koffer und stieg in den nächsten Flieger nach Amerika.

Chuck hatte gerade Mangel an Nichtswissenden, aber wissbegierigen Helfer, da er einige Reiningpferde auszubilden und zu showen hatte. Daher nahm er mich in seine Gruppe auf und ich machte meine ersten Reitversuche im Westernstil. Nachdem ich ein Monat hartes Lehrgeld gezahlt hatte, stellten sich dann aber rasch Erfolge ein, und meine alte Begeisterung kehrte zurück.

 

Dort, in Fort Worth, lernte ich auch mein zukünftiges Pferd kennen – einen Quarter namens „Olly by Golly

Nach einem halben Jahr kehrte ich wieder – mit Olly im Gepäck – nach Österreich heim.

Olly begleitet mich seitdem nicht nur auf Turniere, wo er 1998 Österreichischer Meister in der Halter wurde, sondern ich  besuchte mit ihm auch verschiedene Trainer wie Dennis Schulz, Franz Ruk und Franz Hübel und schaffte auf ihm auch die Westerreitinstruktorprüfung.

 

Während dieser Zeit machte ich mit den Quarter Horses so gute Erfahrungen, dass ich mir ein zweites kaufte – Joaquin Jac 7. Was mir vor 4 Jahren als stacksiges Fohlen entgegenkam, hat sich mittlerweile zum Muskelbepackten Hengst entwickelt – ein Prachtexemplar seiner Rasse!

1999 erfüllte ich mir meinen Traum und machte mich mit meinem eigenen Reitstall selbständig.

 

Seitdem ist es mir mit meinen 6 Schulpferden gelungen, einige meiner Reitschüler von den Vorzügen des Westernreitens zu überzeugen und sie auch erfolgreich durch das Western Riding Certificat zu bringen.

Da ich weder beim Reiten noch im Leben auf der Stelle treten will und ständig neue Herausforderungen suche, habe ich die Meisterprüfung und den staatlich geprüften Westernreitinstruktor bestanden.

 Im Jahr 2006 begannen wir mit dem Bau der neuen Reitsportanlage.

Da wir im alten Stall durch das sehr nahe gekommene Wohngebiet immer mehr eingeengt wurden und dadurch für die Zukunft zu wenig Kapazität hatten, erwarb ich von meinem Vater ein wunderschönes Grundstück am Hügel des Neusiedlersees.

Zuerst erstellten wir die Reithalle, die uns mit ihrem isolierten Dach jetzt angenehmes Reiten auch in der starken Sommerhitze ermöglicht.
Ein Jahr später erstellten wir den Sozialraum und die sanitären Einrichtungen für Reiter und Pferd.
Im darauffolgenden Jahr bauten wir das Stallgebäude mit Platz für 16 Pferde.
Jedes Pferd hat eine große Box mit 12 Quadratmeter, in der es jederzeit den Kopf in die Stallgasse oder ins Freie geben kann um dort das Geschehen des Tages zu beobachten.

 

Seit April 2009 haben wir nun endlich nach einem idyllischen Mondscheinfest den neuen Stall bezogen.
Unsere Pferde haben sich vom ersten Tag an sehr wohl gefühlt in ihren großen neuen Boxen.
Tagsüber kommen die Pferde immer auf die Koppel. Ausnahme bei Schlechtwetter oder zu starker Hitze.

 

Unser Westernstüberl ist sehr geräumig und ausgesprochen komfortabel. Durch den Blick in die Reithalle können unsere Zuschauer bequem die Reitstunde beobachten - wir haben schon einige schöne Feste gefeiert und Kurse abgehalten.

Jetzt steht eine Hitzewelle oder eine Schlechtwetterfront dem Reitunterricht nicht mehr im Wege.

 

Natürlich haben wir noch viel Arbeit vor uns, trotzdem bin ich froh, diesen neuen Weg in ein anderes Umfeld gewagt zu haben.

 
Wir haben nun auch Platz für Einsteller, das Gelände rund um den Neusiedlersee lässt ja jedes Reiterherz höher schlagen - nicht nur, was die Reitwege betrifft, sondern auch die Aussicht über den Neusiedlersee.

 

Seid ihr auf den Geschmack gekommen? Na, ja - vielleicht sehen wir uns ja einmal - würde mich freuen, dich hier begrüßen zu dürfen!